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Auch beim B keine Lücken mehr: Mercedes GLB Concept stellt sich vor

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Als Siebensitzer soll der Mercedes GLB ganz klar auf Familien abzielen.

(Foto: Daimler AG)

Lange wurde über einen Mercedes GLB gemunkelt. Jetzt scheint er zu kommen. Auf der Automesse in Shanghai feiert das Concept jedenfalls seine Premiere. n-tv.de durfte bereits in Stuttgart einen Blick auf das neue SUV werfen.

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Der Größte unter den Kleinen, der GLB, zitiert am Heck den großen Bruder GLE.

(Foto: Daimler AG)

Während BMW bereits vor mehr als einem Jahr die letzte SUV-freie Lücke mit dem X2 geschlossen hat, wartete man in Stuttgart bis heute auf eine B-Klasse. Aber anders als der Bayer ist der jetzt auf der Automesse in Shanghai vorgestellte 4,63 Meter lange GLB eine veritable Allzweckwaffe für Großfamilien. Wie das G in der Nomenklatur schon ausweist, handelt es sich auch hierbei wieder um ein SUV. Allerdings baut der Siebensitzer auf der Plattform der A-Klasse auf und ist damit der Größte unter den Kleinen aus dem Hause Daimler.

Noch ist der in Shanghai vorgestellte GLB ein Concept, aber es besteht kaum ein Zweifel, dass der Wagen in weiten Teilen so auf den Markt kommen wird, wie er jetzt auf der Messe steht und wie ihn n-tv.de bei einem Vorabtermin in Stuttgart bereits unter die Lupe nehmen durfte. Lediglich die zwei ins Dach integrierten Zusatzscheinwerfer werden es nicht in die Serie schaffen. Auch die extrem schicken braunen Wildledersitze samt der per Hand bestickten Lederbezüge dürften sich eher in einer Sonderedition wiederfinden als in der Optionsliste.

Falz im Blech kehrt zurück

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Mit dem GLB Concept kehrt auch bei Mercedes die Sicke zurück.

(Foto: Daimler AG)

Von außen ist der GLB in der Front ein sehr erwachsener GLA mit größeren LED-Scheinwerfern, einer eigenen Lichtsignatur und einem prägnanten Kühlergrill, der sehr steil im Wind steht. In der Seitenansicht fällt auf, dass Designchef Gorden Wagener die von ihm eigentlich totgesagte Sicke wieder zum Leben erweckt. Dezent hat er unterhalb der Fenster- eine zarte Charakterlinie ins Blech gezeichnet und oberhalb des Trittbretts eine zweite durch die Türen gebügelt. Das sieht gut aus und gibt dem GLB etwas Robustes. Eben genau das, was man bei einem SUV erwartet. Ob allerdings die eher elegant wirkenden, in Klavierlack gehaltenen Verplankungen der Radhäuser der robusten Attitüde zuträglich sind, darf der Betrachter selbst entscheiden.

Das Heck des GLB ist hingegen stark dem GLE verpflichtet. Die diesbezüglich deutlichsten Merkmale sind die weit in die Kotflügel gezogenen Heckleuchten und die hinter der C-Säule angebrachten schwarzen Windabweiser, die das an gleicher Stelle befindliche Fenster im GLE zu adaptieren scheinen. In Summe wirkt das alles dennoch sehr schlüssig. Der GLB bedient sich zwar bekannter Elemente, ist aber durchaus in der Lage, etwas sehr Eigenes daraus zu machen und damit ein ganz neues Fahrzeug zu schaffen, das vor allen in China und den USA sein Publikum finden soll.

Zu schön, um wahr zu sein

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Traumhaft schön: das braune Wildleder, die Ziernähte und die orangefarbenen Rahmen um die Lüftungsdüsen. Nichts davon wird wohl den Weg in die Serie schaffen.

(Foto: Daimler AG)

Werfen wir noch mal einen Blick in den Innenraum. Das Platzangebot ist erstaunlich. Selbst in der dritten Reihe sollten es zwei Erwachsene einen Moment aushalten. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich komplett oder einzeln verschieben, so dass das Platzangebot variiert werden kann. Sind alle Sitzmöbel aufgestellt, gibt es faktisch allerdings keinen Kofferraum mehr. Insofern kann man mit dem GLB sicherlich Leute über kurze Distanzen von A nach B bringen, größere Reisen sollte man aber eher mit maximal vier Personen antreten.

Die Schaltzentrale des Fahrers ist bekannt aus dem neuen GLE oder auch aus der B-Klasse. Dominierendes Element ist der doppelte Whitescreen, bestehend aus zwei TFT, wobei der rechte als Touchscreen ausgelegt ist. Darunter befindet sich eine sehr schmale Bedienleiste für die Klimaanlage, Warnblinker sowie Front- und Heckscheibenheizung und Belüftung. Ein wenig erinnert die Leiste an die Bedieneinheiten der Autoradios, die es seinerzeit gab. Dabei wirkt das aber nicht alt oder hausbacken, sondern sehr elegant und filigran.

Der kann auch Gelände

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Sieben Sitze bietet das GLB Concept.

(Foto: Daimler AG)

Dem gegenüber stehen die bekannten Luftausströmer in Turbinenoptik. Allerdings sind die diesmal nicht nur farblich hinterleuchtet, sondern auch innen und außen mit roten und schwarzen Akzenten abgesetzt. Ein wunderbarer Kontrast zu den Akzenten in verchromtem und gebürstetem Aluminium, das zum einen neben dem Lenkrad, oberhalb des Handschuhfachs und in den Türgriffen zu finden ist. Ob diese im Zusammenspiel mit dem schon erwähnten Wildleder in die Serie kommt, ist zu bezweifeln. Aber elegant, sportlich und gleichsam robust sieht das schon aus.

Apropos robust. Bei den Motoren dürfte Mercedes aufgrund der Architektur auf alles zugreifen können, was auch in den Modellen der A-Klasse und dem GLA möglich ist. Das heißt, die Antriebspalette reicht von 116 bis 224 PS, wobei die Kraft nur an die Vorderräder als auch an alle vier weitergegeben werden kann. Der Concept GLB ist jedenfalls mit dem Vierzylinder-Benziner, dem M 260 mit 8G-DCT Doppelkupplungsgetriebe bestückt. Die Leistung liegt bei 224 PS, das maximale Drehmoment beträgt 350 Nm. Für die Allradmodelle wird es auch spezielle Offroad-Programme geben, verspricht Mercedes. Klarer Fall, denn schließlich steht vor dem LB das G.

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