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Auslieferungsantrag zurückgezogen: Thailand lässt inhaftierten Fußballer Araibi frei

“Er ist ein freier Mann”, teilt die thailändische Generalstaatsanwaltschaft zum Fall des bahrainischen Fußballers Hakeem al-Araibi mit: “Das Gericht wird den Befehl ausstellen, dass er noch am Montag aus dem Gefängnis freikommt.”

Damit endet für den 25-Jährigen eine elfwöchige Haftzeit in Bangkok. Araibi war am 27. November auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt festgenommen worden. Anlass war ein Haftbefehl aus Bahrain. Das Königreich hatte Araibi mit einer sogenannten Red Notice via Interpol zur Festnahme ausgeschrieben.

Diese Red Notice hätte niemals ausgestellt werden dürfen. Denn Araibi ist 2017 von Australien als geschützter Flüchtling anerkannt worden. (Weitere Hintergründe zu dem Fall lesen Sie hier.)

2014 in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt

Araibi war 2014 aus Bahrain nach Australien geflohen. Die Justiz in seinem Heimatland wirft ihm vor, er habe im November 2012 eine Polizeistation überfallen. Zum Zeitpunkt des Angriffs stand Araibi jedoch nachweislich auf dem Fußballplatz – bei einem Ligaspiel, das live im Fernsehen übertragen wurde. Im Anschluss saß der Sportler 45 Tage in Untersuchungshaft. In dieser Zeit wurde er nach eigener Darstellung gefoltert.

2014 verurteilte ihn ein Gericht in Bahrain in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft.

Nun hat das Herrscherhaus in Manama seinen Auslieferungsantrag für Araibi zurückgezogen. Zu den Gründen schweigt die Führung. Am Sonntag war jedoch Thailands Außenminister Don Pramudwinai zu Gesprächen in Bahrain. Am selben Tag telefonierten die beiden Regierungschefs Khalifa bin Salman Al Khalifa und Prayuth Chan-ocha miteinander.

Araibi kündigte an, nach Australien zurückkehren zu wollen. Er spielt als Verteidiger beim unterklassigen Verein Pascoe Vale FC in Melbourne.

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