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“Berufe der Zukunft”: Merkel fordert EU-Strategie für Industrie

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Es gehe darum, innovativ zu sein und die entsprechenden Fachkräfte zu haben, sagte Merkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Sachen Innovation und Mobilität liegt Europa im Vergleich zur wachsenden Konkurrenz aus Asien zurück. Dieses Problem möchte Kanzlerin Merkel auf dem bevorstehenden EU-Gipfel angehen. Es gehe darum, Arbeitsplätze in strategischen Wirtschaftsbereichen zu sichern.

Deutschland und Frankreich wollen auf dem bevorstehenden EU-Gipfel ihren Plan einer europäischen Industriestrategie vorantreiben. Das sagte CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Hintergrund ist, dass Europa bei Schlüsseltechnologien wie der künstlichen Intelligenz und Batteriezellen für Elektroautos den Anschluss zu verlieren droht. Es gehe darum, die “richtigen Antworten” auf die weltweite Dynamik bei Innovationen und wirtschaftlichen Veränderungen zu finden, sagte sie.

Bereits im Dezember hatten Deutschland und Frankreich den gemeinsamen Aufbau einer Produktion von Batteriezellen für Elektroautos angekündigt. In diesem Bereich drohen europäische Autobauer abhängig zu werden von Konzernen aus China und Südkorea. Merkel sagte nun, auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel solle über das hierzu angekündigte Konsortium gesprochen werden. “Hier gibt es verschiedene Angebote, hier gibt es europäische Möglichkeiten und hier werden wir versuchen, andere Mitgliedstaaten auch genau für diesen Weg zu gewinnen”, sagte Merkel.

“Werben für sogenannte Mint-Fächer”

Es gehe zudem darum, innovativ genug zu sein und die entsprechenden Fachkräfte zu haben. “Deshalb werben wir in Deutschland für die sogenannten Mint-Fächer, also Ausbildungen im Bereich der Mathematik, der Ingenieurswissenschaften, der Naturwissenschaften und der Technik.” Beide Geschlechter müssten gleichermaßen in diesem Bereich aktiv werden, sagte die Kanzlerin. “Das sind Berufe der Zukunft, und auf die setzen wir.”

In der gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagenen Industriestrategie gehe es darum, “auch in Zukunft Arbeitsplätze in strategischen Wirtschaftsbereichen in Europa zu sichern”, sagte Merkel. Sie kündigte an, auf Einschränkungen des freien Welthandels reagieren zu wollen. Wichtig sei, dass es keinen einseitigen Protektionismus gebe, sondern “dass wir reziprok auf die Entwicklungen im Handel in der Welt reagieren”.

Damit deutete sie mögliche Gegenmaßnahmen im Fall von neuen Handelsbarrieren an, wie sie etwa US-Präsident Donald Trump für die deutsche Autoindustrie angedroht hatte. “Deutschland ist ein Land, das für den offenen Handel steht, trotzdem werden wir auch da unsere Interessen wahren”, sagte Merkel. Gemeinsam mit Frankreich werde man dazu Vorschläge vorlegen. Außerdem solle auf dem EU-Gipfel debattiert werden, wie es weitergehe mit dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU.

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