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Betrug und Untreue: Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn erhoben

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Martin Winterkorn

(Foto: picture alliance/dpa)

Dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals gerät nun auch Martin Winterkorn ins Visier der deutschen Justiz. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem Ex-VW-Chef unter anderem Betrug und Untreue vor.

Im Dieselskandal hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig unter anderem wegen schweren Betrugs Anklage gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn erhoben. Neben Winterkorn werden vier weitere Personen angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Der Dieselskandal war am 18. September 2015 bekanntgeworden. Wenige Tage später trat Winterkorn als VW-Chef zurück. Der Konzern bekannte sich schließlich in den USA schuldig, Abgaswerte manipuliert und dies vor den Behörden verschleiert zu haben, und stimmte einer Strafe von 4,3 Milliarden Dollar zu. Insgesamt wurden in den USA 13 Personen angeklagt, darunter Winterkorn und vier Audi-Manager. Gegen Winterkorn erließ die US-Justiz auch einen Haftbefehl. Die US-Staatsanwaltschaft wirft dem 71-Jährigen Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vor.

Einschließlich Bußgeldern gegen VW und die Tochter Audi in Deutschland und weiteren Ausgaben türmen sich die Kosten für die Wiedergutmachung des Dieselskandals inzwischen auf 29 Milliarden Euro. In Deutschland ist Volkswagen zudem mit Tausenden Klagen von Verbrauchern und Anlegern konfrontiert. Alleine bei einer Musterklage der Fondsgesellschaft Deka Investment wegen erlittener Kursverluste vor dem Oberlandesgericht Braunschweig geht es um insgesamt neun Milliarden Euro.

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