News Tech Verschiedenes

Galaxy S10 im Test: So gut ist Samsungs neues Spitzenmodell

S9-Nachfolger ausprobiert

Galaxy S10 (NDA!) 44

Neues Design, mehr Kameras, neue Nutzeroberfläche: Samsung lässt bei seinem 2019er Top-Modell Galaxy S10 so gut wie nichts unverändert. Doch reicht dies, um das Mate 20 Pro von Huawei vom Smartphone-Thron zu stoßen? Unser Test verrät euch, wie gut das Galaxy S10 wirklich ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
    1. Diese Vorteile bringt das Infinity-O-Display
    2. Farben im Überblick
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
    1. Display
    2. Fingerabdrucksensor
    3. Gesichtserkennung
    4. Performance und Ausstattung
    5. Speicher
    6. Weitere Ausstattung
    7. Software
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit
  7. Datenblatt

Im Juni 2010 startete Samsung mit dem Galaxy S eine neue Modellreihe für Premium-Smartphones. Der Rest ist Geschichte. Binnen der vergangenen Jahre stieg der südkoreanische Hersteller auch dank des Erfolges der Galaxy S-Reihe zum größten Handyhersteller der Welt auf. Doch in den vergangenen Monaten sieht sich Samsung starker Konkurrenz aus China ausgesetzt. Vor allem Huawei kratzte im Herbst 2018 mit dem Mate 20 Pro kräftig am Smartphone-Thron der Südkoreaner.

Dementsprechend gespannt sind nicht nur Samsung-Fans auf die Antwort aus Seoul. Was Samsung an seinem Top-Smartphone 2019 geändert hat und wie gut sich das Galaxy S10 im Alltag schlägt, erfahrt ihr im Video oder detailliert in den folgenden Zeilen.

Das Samsung Galaxy S10 im Video

Nachdem das Galaxy S8 und S9 weitestgehend gleich aussahen, war es beim S10 wieder an der Zeit für ein neues Design. Samsung setzt nun auf ein sogenanntes Infinity-O-Display. Statt eines schmalen schwarzen Streifens oberhalb des Bildschirms, in dem die Frontkamera untergebracht ist, befindet sich diese hier in einer Art “Loch” in der rechten Bildschirmecke. Das Display fließt förmlich um die Kamera herum.

Design und Verarbeitung

So konnte der Bildschirm noch randloser verbaut und das Verhältnis von Display zu Gehäuse verbessert werden. Laut Samsung sind nun über 90 Prozent der Front des S10 mit Bildschirm bedeckt. Beim S9 waren es nur 84 Prozent. Dadurch wächst natürlich auch die Bilddiagonale: Bot das S9 nur ein 5,8 Zoll großes Display, misst der Screen des S10 nun 6,1 Zoll, ohne dass sich dadurch die Abmessungen des Handys nennenswert geändert haben.

Diese Vorteile bringt das Infinity-O-Display

Ein weiterer positiver Effekt: Anders als die von vielen Hersteller verwendete Einkerbung (Notch) im Display fällt das Kameraloch im Alltag weitaus weniger störend auf. Übrigens: Auch wenn es optisch so aussieht, als befinde sich die Kamera in einem Loch, liegt sie nicht vertieft im Gehäuse. Fahrt ihr mit dem Finger über die Linse werdet ihr keine Unterbrechung spüren. Das Displayglas bedeckt auch die Kamera.

Samsung Galaxy S10 in Bildern

Bild 1/17

Samsung setzt bei seinem neuen Top-Smartphone auf ein Infinity O-Display. (Quelle: netzwelt)

Neu ist dieses Design nicht! Samsung hat es im vergangenen Jahr bereits beim nur in Südkorea erschienenen Galaxy A9 Pro verwendet. Bei diesem befand sich das “Loch” aber in der linken Bildschirmecke, nun ist es nach rechts gewandert. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Wir vermuten, weil sich auch beim S9 die Frontkamera rechts vom Telefon-Lautsprecher befand. So müssen sich Nutzer nicht umgewöhnen. Ganz verschwunden ist der schwarze Balken über dem Screen übrigens nicht. Er ist noch knapp einen Millimeter breit und beherbergt weiterhin einen Lautsprecher. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Samsung den Bildschirm selbst zur Wiedergabe von Audiosignalen nutze.

Farben im Überblick

Keine Änderungen gibt es bei der Materialwahl: Der Rahmen des Galaxy S10 ist weiterhin aus 7000er-Aluminium gefertigt. Front- und Rückseite bestehen aus Gorilla Glas. Hier verbaut Samsung die neue sechste Generation, die laut Hersteller im Vergleich zum Vorgänger doppelt so bruchfest sei. Mit 157 Gramm ist das Handy aber etwas leichter als sein Vorgänger. Laut Samsung wurden bei der Entwicklung alle Komponenten auf den Prüfstand gestellt, vor allem beim Display und dem Rahmen konnte der Hersteller signifikante Gewichtseinsparungen erzielen.

Erhältlich ist das S10 in den Farben “Prism Black” (Schwarz), “Prism White” (Weiß), “Prism Blue” (Blau) und “Prism Green” (Grün). Letztere Farbe hatte Samsung seit dem S6 nicht mehr verwendet. Anders als beim S9 ist jedoch nicht das gesamte Gehäuse, sondern nur die Rückseite in der jeweiligen Farbe gefärbt. Der Rahmen ist dagegen stets silberfarben. Wie die Vorgänger ist das Gerät gemäß IP68 auch staub- und wasserdicht.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Was hat der S9-Nachfolger aus technischer Sicht zu bieten? Der Infinity-O-Screen löst in QHD+ (3.040 x 1.440 Pixel) auf und begeisterte uns im Test mit seiner Helligkeit, großen Blickwinkeln und der prachtvollen Farbdarstellung. Ab Werk ist die Auflösung jedoch auf Full HD+ gemindert, ihr müsst sie manuell auf QHD+ umstellen. Unbedingt nötig ist dies jedoch nicht, denn auch bei Full HD-Auflösung konnten wir im Test keine einzelnen Pixel ausmachen.

Display

Die Farbdarstellung fällt AMOLED-typisch knallig aus, lässt sich aber in den Systemeinstellungen nun auch auf eine natürlichere Darstellung regulieren. Zudem könnt ihr hier Farbtemperatur und sogar den Anteil einzelner RGB-Farben bestimmen.

Laut Samsung soll der Screen eine maximale Helligkeit von 1.200 Nits erreichen. Allerdings nur unter Laborbedingungen, wenn ein einzelner Pixel aktiviert ist. Im Alltag strahlt der Screen maximal mit 800 Nits. Einen “Super Bright Modus” für den Einsatz im Freien wie das LG G7 ThinQ bietet das Samsung-Handy also nicht, dennoch sollte sich der Bildschirm in den allermeisten Fällen auch im Freien problemlos ablesen lassen.

Samsung führt zudem an, dass der Bildschirm der erste Handy-Screen mit Unterstützung für den neuen Standard HRD10+ ist. Das ist wenig verwunderlich, denn der südkoreanische Hersteller ist einer der führenden Kräfte hinter eben jenem Standard. Zum Marktstart könnt ihr aber nur mit dem S10 selbst erstellten HDR-Content sowie HDR-Inhalte von Amazon und Netflix wiedergeben. Für die Wiedergabe von HDR-Inhalten von YouTube ist das Galaxy S10 noch nicht zertifiziert, dies soll aber in Kürze erfolgen.

Fingerabdrucksensor

In den Bildschirm integriert ist nun endlich der Fingerabdrucksensor. Wie erwartet setzt Samsung hier auf einen 3D-Ultraschallsensor und nicht auf einen optischen Sensor wie viele andere Hersteller. Ein weiser Schritt: Denn im Test zeigt sich, dass der Fingerabdrucksensor des Galaxy S10 einen Tick schneller arbeitet als der Sensor im Display des OnePlus 6T oder Mate 20 Pro. Der elektrostatische Sensor im S10e arbeitet aber gefühlt immer noch einen Tick schneller. Zudem geht die Einrichtung leichter von der Hand. Es genügt, den Finger leicht auf das Display zu legen, während ihr bei den genannten Konkurrenzprodukten deutlich mehr Druck ausüben müsst.

Der Sensor hat aber mitunter Probleme mit bestimmten Displayschutzfolien. Dies bestätigte Samsung im Gespräch mit netzwelt. Daher hat sich der südkoreanische Hersteller entschlossen, das Gerät ab Werk mit einem vorinstallierten Displayschutz, der problemlos mit dem Sensor zusammen arbeitet, auszustatten. Ein Service, den man bereits von chinesischen Herstellern wie OnePlus kennt. Zudem traten bei uns im Test vereinzelt Schwierigkeiten auf, wenn unser Finger nicht vollständig auf dem Sensor ruhte. Samsung will hier mit Software-Updates nachbessern.

Laut Samsung kann der Sensor nicht mit einem 2D-Abbild eures Fingerabdrucks ausgetrickst werden, da er ein dreidimensionales Bild erfasst. Allerdings kann der Sensor noch nicht zwischen lebenden und toten Objekten unterscheiden. Dies dürfte für die meisten Nutzer aber in der Praxis irrelevant sein.

Gesichtserkennung

Eine 3D-Gesichtserkennung wie das Mate 20 Pro oder die neuen iPhone-Modelle bietet das S10 übrigens nicht. Es verfügt lediglich über eine 2D-Gesichtserkennung, die dafür die Frontkamera nutzt. Einen wirklichen Schutz stellt diese aber nicht dar, Samsung weist bei der Einrichtung bereits daraufhin, dass der Gesichtsscan mit einem Foto überlistet werden kann. Es empfiehlt sich daher sensible Inhalte zusätzlich mit Passwort oder Fingerabdruck zu sichern oder auf die Gesichtserkennung zu verzichten.

Performance und Ausstattung

Als Prozessor fungiert im Galaxy S10 der neue Octa-Core-Chip Exynos 9820. Samsung-Fans dürfen sich dem Hersteller zufolge gegenüber dem Vorgänger auf einen ordentlichen Leistungsschub freuen. Samsung verspricht eine Steigerung der Single-Core-Leistung um bis zu 20 Prozent, die Multi-Core-Leistung soll um 15 Prozent gesteigert worden sein. Dank einer neuen Grafikeinheit soll die Performance bei anspruchsvollen Spielen um 40 Prozent höher liegen. Die Werte beziehen sich auf herstellereigene Messungen im Vergleich mit dem Exynos 9810-Chip.

Wie der Exynos 9820 im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet, dazu macht Samsung keine Angaben. Unser Benchmark-Vergleich liefert die Antwort. Demnach schneidet der Samsung-Prozessor deutlich besser ab als der im Mate 20 Pro werkelnde Kirin 980. Das Samsung-Handy erreicht eine mit dem iPhone XS vergleichbare Performance, wobei das Apple-Handy noch einen Tick schneller ist.

Benchmark/Handy Galaxy S10 Huawei Mate 20 Pro iPhone XS Max
AnTuTu 323.740 Punkte 303.718 Punkte 358.855 Punkte
Geekbench (Single-Core) 4.517 Punkte 3.232 Punkte 4.732 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 10.020 Punkte 9.786 Punkte 11.212 Punkte

Erläuterung: AnTuTu und Geekbench sind wohl die populärsten Tools zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Beide Apps prüfen nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher werden getestet. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist das Ergebnis. Wollt ihr die Leistungsfähigkeit eures eigenen Smartphones testen, könnt ihr euch AnTuTu und Geekbench bei uns im Download-Archiv kostenlos herunterladen.

Erfreulich zudem: Unter Last bricht die Leistung des Exynos 9820 nicht so schnell ein. Während das Mate 20 Pro die Rechenpower bei einer längeren Belastung schnell auf 60 Prozent drosselt, stehen euch beim S10 noch satte 84 Prozent der Rechenleistung zur Verfügung.

Wie erreicht Samsung den Leistungsschub gegenüber dem Exynos 9810? Ein Teil des Leistungsgewinns dürfte auf eine Umstellung des Fertigungsverfahrens zurückgehen. Wurde der Exynos 9810 noch im 10-Nanometer-Verfahren produziert, wird der Nachfolger nun im 8-Nanometer-Verfahren gefertigt. Durch die Verringerung der Strukturgröße müssen die Datenströme, vereinfacht gesagt, kürzere Wege auf dem Chip zurücklegen. Allerdings ist der Exynos 9820 einen Tick größer, als die Konkurrenten. Apple und Huawei setzen bei ihren aktuellen Chipsätzen bereits auf das 7-Nanometer-Verfahren.

Die gesteigerte Leistung dürfte daher größtenteils auf die von Samsung selbst entwickelten Rechenkerne zurückgehen. Samsung verbaut im Exynos die vierte Generation seiner sogenannten Custom-CPUs. Bereits die im Vorgänger verbaute dritte Generation war den beispielsweise von Huawei genutzten ARM Cortex-Rechenkernen deutlich überlegen.

Wie in den Vorgängerchips setzt Samsung aber nicht ausschließlich auf die selbst entwickelten Rechenkerne, sondern auf ein erweitertes big.Little-Prinzip. So besitzt der Exynos 9820 drei Cluster, die aus zwei beziehungsweise vier Rechenkernen bestehen. Erst wenn die volle Leistung benötigt wird, greift der Exynos 9820 also auf die zwei verbauten Custom-CPU-Kerne von Samsung zurück. Für weniger rechenintensive Aufgaben kommen wahlweise zwei Cortex-A75 beziehungsweise vier Cortex-A55-Rechenkerne der britischen Chipschmiede ARM zum Einsatz.

Das Galaxy S10 analysiert laut Samsung zudem euer Nutzerverhalten und lädt nach einiger Zeit automatisch Apps, die ihr zu dieser Zeit häufig nutzt, in den Arbeitsspeicher, um den Start zu beschleunigen. Die Daten zu eurem Nutzerverhalten verbleiben dabei laut Hersteller auf dem Gerät und werden nicht an Samsung übermittelt.

Als Grafiklösung (GPU) fungiert übrigens die ebenfalls von ARM gefertigte GPU Mali-G76. Zwar gab es im Vorfeld Gerüchte, Samsung werde künftig bei seinen Smartphones ähnlich wie Apple auf eine selbst entwickelte Grafiklösung setzen. Diese ist offenbar aber noch nicht marktreif.

Neben den acht genannten Rechenkernen bietet der Exynos 9820 auch einen dezidierten NPU-Prozessor. Dieser nutzt eine Künstliche Intelligenz, um unter anderem Bilderkennungsprozesse zu beschleunigen. Das kommt dem Nutzer etwa beim Fotografieren oder der Nutzung von Augmented- und Virtual Reality-Apps zugute. Angaben zur Geschwindigkeit macht Samsung aber nicht. Apple und Huawei verbauen solch einen Co-Prozessor bereits seit 2017 in ihren Chips.

Ebenfalls auf dem Chip verbaut ist ein neues LTE-Modem, welches Download-Geschwindigkeiten von bis zu Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Damit ließe sich laut Samsung theoretisch ein 3,7 Gigabyte großer Film binnen 15 Sekunden herunterladen. Entsprechende Mobilfunknetze fehlen in Deutschland jedoch bislang.

In den USA wird das Galaxy S10 übrigens mit einem anderen Chipsatz angeboten. Hier setzt Samsung auf den Snapdragon 855 von Qualcomm. In der Vergangenheit boten die Galaxy S-Modelle mit Snapdragon-Prozessor oftmals leichte Vorteile bei Performance und Akkulaufzeit. Ob dies 2019 auch so ist, bleibt abzuwarten.

Speicher

Samsung bietet das S10 in Deutschland mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 128 oder 512 Gigabyte Gerätespeicher. Dieser lässt sich wie gewohnt per Speicherkarte erweitern. Anders als Huawei setzt Samsung hier nicht auf ein selbst entwickeltes Format, sondern hält an der microSD-Karte fest.

Wir haben die 128-Gigabyte-Variante getestet. Ab Werk stehen euch hier knapp 109 Gigabyte an Speicherplatz zur freien Verfügung, der Rest ist vom System belegt. Mit den richtigen Einstellungen könnt ihr bei der Einrichtung des Galaxy S10 aber noch ein wenig mehr Speicherplatz aus dem Handy herausquetschen.

Weitere Ausstattung

Auch die weitere Ausstattung des Galaxy S10 bewegt sich auf Top-Niveau. So findet sich neben der Kamera weiterhin ein Pulsmesser, ebenso ist auch wieder eine Kopfhörerbuchse verbaut. Ihr könnt also auch ohne Adapter Kopfhörer mit Klinkenstecker mit dem Galaxy S10 nutzen. Einzig einen UKW-Radioempfänger bietet das S10 in Deutschland nicht.

Software

Als Betriebssystem kommt auf dem Galaxy S10 Android 9.0 Pie zum Einsatz. Samsung hat das Google-OS aber mit seiner neuen Nutzeroberfläche One UI überzogen. Diese hat der südkoreanische Hersteller bereits im November 2018 vorgestellt und per Update bislang schon auf das Note 9, S9 und Note 8 gebracht. One UI enthält bereits einen systemweiten Nachtmodus, der die Smartphone-Nutzung in den Abendstunden angenehmer gestaltet. Google wird diesen erst mit Android 10 nativ in das System integrieren. Zudem hat Samsung die Zahl der Bildschirmelemente reduziert, in jedem Bildschirm werden jetzt immer nur die für den Nutzer gerade wichtigen Symbole eingeblendet.

Android 9 Pie: Die Neuerungen im Video

Im Vergleich zum S9 enthält One UI auf dem S10 aber ein paar Neuerungen: Unter dem Begriff “Digital Wellbeing” findet ihr in den Einstellungen des Smartphones etwa Funktionen, die gegen die “Handysucht” helfen sollen. So könnt ihr unter anderem die Bildschirmzeit bestimmter Apps beschränken. Das Feature erinnert an die gleichnamige Google-App, die bislang jedoch nur für ausgewählte Android-Handys zur Verfügung steht.

Zudem erlaubt der Sprachassistent Bixby euch nun eigene Routinen zu erstellen. Bixby führt diese dann auf Zuruf aus. So könnt ihr morgens etwa direkt den Browser oder eure Lieblings-Radioapp starten. Auch der von vielen Samsung-Nutzern verhasste Bixby-Button kann nun mit einer anderen Anwendung als Samsungs Sprachassistenten belegt werden. Bevor ihr dieses tut, solltet ihr Bixby aber noch eine Chance geben. Das Programm versteht und spricht nämlich nach zwei Jahren Entwicklungszeit endlich auch Deutsch.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Galaxy S10 besitzt an der Ober- und Unterseite jeweils ein Mikrofon. Trotz zweitem Mikro gelang es dem Handy im Test aber nicht, Lärm komplett zu filtern. Autos nahm unser Gesprächspartner immer noch als leichtes Rauschen wahr. Die Stimmen wirken zudem in beiden Richtungen immer etwas gedämpft. Samsung vertreibt das S10 in Deutschland übrigens ausschließlich in der Dual-SIM-Variante. Statt einer Speicherkarte könnt ihr in den Slot eine zusätzliche Nano-SIM-Karte einlegen. Beide Slots sind dabei gleichwertig und können mit 4G-Geschwindigkeit ins Netz gehen.

Ein großer Kritikpunkt am Galaxy S9 war die Akkulaufzeit. An langen Arbeitstagen musste der Autor dieses Artikels häufig schon mal die Steckdose aufsuchen oder eine Powerbank mit sich führen, damit dem S9 nicht die Lichter ausgehen. Dies soll beim S10 besser werden. Das Handy besitzt nun einen 3.400-Milliamperstunden-Akku.

Galaxy S10: Das ist neu Artikel Neuerungen im Überblick Samsung hat in San Francisco das Galaxy S10, das S10+, das S10e und das S10 5G enthüllt. Netzwelt gibt euch einen Überblick über die Neuerungen der Samsung-Handys. Jetzt lesen

Im Akku-Test von PCMark erreichte das Handy eine Laufzeit von knapp elf Stunden. Je nach Nutzungsintensität werdet ihr also ein bis anderthalb Tage mit einer Akkuladung auskommen. Das ist eine leichte Verbesserung gegenüber dem S9, aber kein großer Fortschritt.

Solltet ihr mal genug Power haben und in Geberlaune sein, könnt ihr andere Geräte mit eurem Galaxy S10 drahtlos laden. Wireless Powershare nennt Samsung das Feature. Das S10 selbst kann wie gehabt drahtlos oder per Kabel geladen werden. An der Steckdose muss das Handy dafür ungefähr 90 Minuten verweilen.

Kamera

Mussten sich Galaxy S9-Nutzer nur mit einer Kamera auf der Rückseite begnügen oder zum teureren Plus-Modell greifen, ist dies beim S10 anders. Bereits das günstigste Modell Galaxy S10e bietet eine Dual-Kamera, beim S10 verbaut Samsung sogar eine Triple-Kamera. Hierbei handelt es sich im Prinzip um das Dual-Kameramodul aus dem Galaxy S9+, das um einen 16-Megapixel-Ultraweitwinkel ergänzt wurde.

Samsung Galaxy S10: Kamera-Samples

Bild 1/9

Galaxy S10 Kamera-Sample 1: Hauptkamera (Quelle: netzwelt)

Dieser deckt ein Sichtfeld von 123 Grad ab, was in etwa dem des menschlichen Auges entspricht. Einen solchen Sensor hat Samsung bereits im Mittelklasse-Modell Galaxy A7 (2018) verbaut. Er erlaubt es einen größeren Bildausschnitt zu wählen, Objekte näher heran als andere Smartphones holt das Galaxy S10 aber nicht. Ein Zusammenspiel der drei Linsen für einen verbesserten digitalen Zoom, wie beim Huawei P20 Pro findet laut Samsung nicht statt. Lediglich im Modus “Live-Fokus”, wird die Tele-Linse unterstützend beim Erzeugen des Bokeh-Effektes hinzugezogen.

Im Test hinterlassen die mit der neuen Triple-Kamera gemachten Aufnahmen dennoch einen guten Eindruck – sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Dies bestätigen auch die Experten der Webseite DxOMark. Sie sehen die Kamera des Galaxy S10 auf einem Niveau mit der des Mate 20 Pro. Das Huawei-Handy weist die derzeit beste Handy-Kamera auf. Was uns allerdings auffällt ist, dass Bilder, die mit dem Ultraweitwinkelsensor geschossen wurden, in den Randbereichen ein deutliches Rauschen aufweisen. Dies wird vor allem bei der Betrachtung an einem Monitor sichtbar.

Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy S10 ist seit dem 8. März in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 899 Euro. Vereinzelt bieten diverse Händler das Gerät aber auch schon günstiger an. Aktuelle Preise findet ihr unter dem Testbericht.

Ausgereiftes Top-Smartphone ohne Wow-Effekt 8.4/10

Das Galaxy S10 bietet abseits des neuen noch randloseren Designs keine revolutionären Neuerungen. Samsung hat sich darauf beschränkt die Schwächen des Galaxy S9 auszubügeln und den technischen Rückstand zur Konkurrenz zu verringern. Dies ist größtenteils gelungen – etwa beim Fingerabdrucksensor, der Nutzeroberfläche oder bei der Triple-Kamera, lediglich die Akkulaufzeit könnte besser sein. Samsung-Fans dürfte 2019 aber beim Galaxy S erneut der Wow-Effekt fehlen. Für die Pole-Position in der Smartphone-Bestenliste reicht es diesmal daher nicht.

Das hat uns gefallen

  • Design
  • Performance
  • Nutzeroberfläche
  • Kopfhöreranschluss

Das hat uns nicht gefallen

  • durchschnittliche Akkulaufzeit
  • keine innovativen Features
  • Kamera bietet nur zweifachen optischen Zoom

Testnote 8,4 von 10

Jan Kluczniok

10 / 10

Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10

Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10

Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10

Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

9,0 / 10

Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Testprodukt

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für drei Monate zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testprodukten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise und Schnäppchen

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

€ 899,00

Schnäppchen

Samsung Galaxy S10 kaufen

Das brandneue Samsung Galaxy S10 könnt ihr ab sofort für 899 Euro bei MediaMarkt kaufen.

€ 899,00

Schnäppchen

Samsung Galaxy S10 mit 128 Gigabyte Speicher für 899 Euro

Das Samsung Galaxy S10 lässt sich bei Saturn bereits vorbestellen. Die Standard-Variante in den Farben Prism Blue, Prism Black, Prism White und Prism Green kostet 899 Euro. Da dies die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers ist, spart ihr hier kein Geld. Zusätzlich erhaltet ihr die Kopfhörer Galaxy Buds im Wert von 149 Euro umsonst dazu.

€ {product_price}

{product_price_difference}

{product_shipment}

Logo von {shop_name}

{product_available}

Jetzt Bestellen

{shop_rating_stars} ({shop_rating_count})

{product_available_text} {shop_shipping_text}

Weitere Angebote anzeigen

Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Samsung Galaxy S10 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 144 abgegebenen Stimmen.

Vielen Dank für deine Bewertung!

Samsung Galaxy S10 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Samsung Galaxy S10 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Samsung Galaxy S10 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Samsung Galaxy S10 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Samsung Galaxy S10 – Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Samsung Galaxy S10 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Samsung Galaxy S10 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Kommentieren

Das könnte euch auch interessieren


Samsung Galaxy S10 im Zeitverlauf

1 von 14

  • Galaxy S10 (Plus): Hands-on Video zeigt Samsung-Handys in Aktion

    18.02.2019 Das dürfte Samsung nicht gefallen. Noch vor der offiziellen Präsentation des neuen Top-Modells Galaxy S10 ist ein Videoclip ins Netz gelangt, der das neue Smartphone sowie das Schwestermodell Galaxy S10+ in Aktion zeigt und über die Unterschiede zwischen den beiden Geräten aufklärt. Der Clip soll angeblich vom Online-Magazin Techradar stammen.

    Dem Video zufolge bietet das Galaxy S10 ein 6,1-Zoll-Display, der Screen des S10+ misst dagegen 6,4 Zoll in der Diagonalen. Das Plus-Modell bietet zudem zwei Frontkameras. Der Clip bestätigt auch, dass beide Geräte mit einen in den Bildschirm integrierten Fingerabdrucksensor ausgestattet sind, eine Triple-Kamera mit Ultraweitwinkel-Objektiv bieten und in der Lage sind, andere Geräte drahtlos aufzuladen. Danach bricht der Clip ab.

    Geteilt wurde das Video vom Twitter-Nutzer Light Yagami. Die Echtheit des Clips lässt sich nicht verifizieren. Vieles spricht aber dafür, dass das Video bei einer Vorabpräsentation des Handys entstanden und dann in die falschen Hände gelangt ist. So ist beispielsweise im Hintergrund des Videos ein Schriftzug “Samsung Galaxy S10” an der Wand zu sehen. Mittlerweile wurde das Video zudem wegen Verletzung von Urheberrechten aus Twitter entfernt.

    Neben dem Galaxy S10 und dem S10+ wird Samsung in San Francisco auch das günstigere Galaxy S10e enthüllen. Wie sich die drei Modelle voneinander unterscheiden, erfahrt ihr im verlinkten Vergleich.

Zurück

Weiter

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *