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Gründer von Silk Road 2 verurteilt: Fünf Jahre Haft für Dread Pirate Roberts 2

Verglichen mit dem Strafmaß, das Ross Ulbricht ereilte, wirkt die Verurteilung seines Nachfolgers Thomas W. human. Denn im Gegensatz zu Ulbricht wird W. nicht den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen müssen. Wir erinnern uns: 2015 verurteilte ein US-Gericht den Gründer des Online-Schwarzmarkts Silk Road zu einer lebenslänglichen Haftstrafe, ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung. W. hingegen wurde von einem Liverpooler Gericht zu fünf Jahren und vier Monaten verurteilt.

Nach der Zerschlagung der Silk Road durch das FBI ließ dessen Nachfolge-Organisation, Silk Road 2, nicht lange auf sich warten. Schließlich tauchte bereits Monate nachdem der Online-Schwarzmarkt vom Netz ging, die Vertriebsplattform Silk Road 2 im Darknet auf – dessen mutmaßlichen Hauptbetreiber hat das Gericht Ende letzter Woche verurteilt.

Wie sich nun herausstellte, hatte W. als Betreiber der Plattform eine tragende Rolle inne. Dies zumindest legt der Urteilsspruch des Liverpooler Bezirksgerichts nahe:

Sie haben mit illegalen Drogen gehandelt und den Handel anderer mit solchen Drogen über den heimlichen Online-Marktplatz Silk Road erleichtert.

Richter Thomas Teague

Handel mit MDMA, Geldwäsche und Verbreitung von anstößigen Bildern Minderjähriger

Konkret legte man DPR2 den Handel mit verbotenen Betäubungsmitteln wie MDMA, Geldwäsche und die Verbreitung von anstößigen Bildern Minderjähriger zur Last. Auch eine Plattform für Kinderpornos soll W. geplant haben, wie das Online-Magazin Motherboard berichtet.

Da englische Medien über laufende Gerichtsverfahren nicht berichten dürfen, war erst nach dem Urteilsspruch bekannt geworden, dass die Behörden bereits 2014 die Festnahme von DPR2 gelang. Kurz nach der Verhaftung kam der mutmaßliche Betreiber des Online-Schwarzmarkts indes gegen eine Kaution auf freien Fuß. Seither gilt W. unter dem Pseudonym The Cthulhu als Experte für Cyber Security und publiziert auf seinem Blog zu Themen rund um TOR und Datenschutz.

Bei den Ermittlungen kam den Fahndern die Transparenz der Bitcoin Blockchain zugute. Motherboard zitiert Paul Chowles, einen der Ermittler in der Sache DPR2, folgendermaßen:

„Effektiv ging er uns an Tag eins seiner Silk-Road-Aktivitäten ins Netz.“ Die Fahnder, so Chowles, konnten verschiedenen Zahlungen aus der analogen Welt mit Bitcoin-Transaktionen wie etwa auf die Exchange Mt.Gox in Verbindung bringen. War der Link einer BTC-Adresse in die analoge Welt einmal hergestellt, konnten Chowles und sein Team alle Zahlungsströme nachvollziehen. Der Zahlungskanal mündete schließlich in einem Silk-Road-2-Account mit dem Pseudonym namens „StExo“. Das Gericht sieht es als bewiesen an, dass sich dahinter W. verbirgt.

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