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HP Spectre X360 13 im Test: Ein (un)geschliffener Convertible-Diamant?

Modell von 2019 mit Whiskey Lake-CPU

HP Spectre X36013 1

Das neue HP Spectre X360 13 trumpft mit einem sehenswerten Design und aktuellen Whiskey-Lake-Prozessoren auf. Die Details ziehen uns förmlich in den Bann. Wie sich die edle Mischung aus 13-Zoll-Notebook und Windows 10-Tablet schlägt, klären wir im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Preise und Einordnung
  2. Design und Anschlüsse: Ein merkwürdiger Sicherheits-Schieber
  3. Grenzwertiges Displayscharnier
  4. UHD-Touchscreen mit dicken Rändern
  5. Gute Tastatur, ungewöhnliches Touchpad
  6. Hohe Leistung und lange Akkulaufzeit
  7. Lüfterlautstärke
  8. Multimedia
  9. Fazit & Alternativen

“Wo ist denn hier die Taste zum Einschalten?” Angesichts des unserer Meinung nach höchst gelungenen Designs des Testgerätes wirkt diese Frage fast schon wie Majestätsbeleidigung. Sie ist berechtigt, der Power-Knopf sitzt wirklich an ungewohnter Position. HP würde sich jetzt um eine Assoziation zu geschliffenen Edelsteinen bemühen. Wir lüften das Rätsel nüchterner: Der besagte Knopf befindet sich in der linken oberen, angeschrägten Ecke und leuchtet im Betrieb schön. Gegenüberliegend hat der US-Hersteller den Thunderbolt 3-fähigen USB-Type-C-Port, über den das Convertible auch geladen wird, eingebaut. Sehr schick!

Preise und Einordnung

Das Spectre X360 13 siedelt sich zusammen mit dem ebenfalls verfügbaren Spectre X360 15 und dem von uns getesteten Leder-Laptop HP Spectre Folio ganz oben im Bereich der Consumer-Notebooks von HP an und ist das edelste Convertible des Herstellers. Doch auch Business-Kunden könnten Gefallen an diesem Edelmix finden. So ungewöhnlich das Design im Detail auch ist – das Convertible in der Farbgebung “Poseidon Blue”, ein deutlich ins Schwarz abdriftendes Blau, fällt weder in der Uni noch auf dem Konferenztisch negativ auf.

Das HP Spectre X36013 im Video

Der Preis für das neue HP Spectre X360 beginnt bei 1.300 Euro für die Basis-Konfiguration mit Intel Core i5-8265U, 8 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte PCIe SSD. Bei der von uns getesteten Modellvariante mit der Bezeichnung HP Spectre X360 13 ap0121ng ist ein Betrag von rund 2.000 Euro fällig. Dafür erhaltet ihr 16 Gigabyte RAM, 1 Terabyte SSD-Kapazität und den Intel Core i7-8565U der Whiskey-Lake-Generation.

Wir stoßen außerdem auf den im Lieferumfang enthaltenen aktiven Bedienstift (Stylus bei manchen Konfigurationen aufpreispflichtig) und nicken wohlwollend in Richtung der eingebauten Infrarot-Kamera, welche die Eingabe eines Passwortes in der Regel überflüssig macht. Windows Hello sei dank. Einen Fingerabruckscanner in Handballenauflagennähe gibt es zusätzlich.

Design und Anschlüsse: Ein merkwürdiger Sicherheits-Schieber

1.276 Gramm bringt unsere sehr gut ausgestattete Testkonfiguration auf die Redaktionswaage. Für ein 13,3 Zoll großes Convertible ist dies ein guter Wert. Die Verarbeitungsqualität ist gut bis sehr gut. Wir können weder Produktionsmängel, Rückstände noch auffallende Spaltmaße erkennen. Das Aluminiumgehäuse lässt sich im Bereich des Deckels ein wenig eindrücken – unkritisch. Nicht ganz so schön finden wir zudem, dass die beiden Scharniere nicht ganz auf einer Linie zueinander liegen.

Neben der ungewöhnlich platzierten Thunderbolt-Schnittstelle findet sich an der rechten Gehäuseflanke ein weiterer USB-Type-C-Port, der Kopfhörereingang, ein microSD-Kartenslot sowie ein mechanischer Schiebeschalter. Dieser dient der Deaktivierung / Aktivierung der eingebauten Webcam. Die Idee ist lobenswert. Immerhin sieht man immer häufiger Menschen, die aus Sorge um ihre Privatsphäre einen Aufkleber vor ihre Webcam kleben. Die Umsetzung jedoch ist unserer Meinung nach verbesserungswürdig.

Eine sichtbare Lösung, wie sie etwa Lenovo bei einigen ThinkPad-Modellen einsetzt, finden wir besser. Hier schiebt sich eine Platte für den Nutzer sichtbar von innen vor die Kameralinse und blockiert so den Durchblick. Auf der linken Gehäuseseite gibt es einen USB Type A-Anschluss (USB 3.0).

Grenzwertiges Displayscharnier

Da es sich um einen Convertible handelt, könnt ihr das Display um bis zu 360 Grad nach hinten klappen. Zwischenstationen sind ebenso möglich. Im Präsentationsmodus etwa rückt der Touchscreen näher an euch heran und die Tastatur wird deaktiviert; im “Zelt-Modus” positioniert ihr den Edel-Convertible wie ein umgedrehtes “V” vor euch auf dem Schreibtisch.

All das kennen wir schon von anderen Convertibles und 2-in-1-Geräten. Wir wundern uns jedoch über die schwache Friktion der beiden Scharniere. Wenn wir das HP-Notebook etwa auf den Knien balancieren, beherzt tippen oder ganz leicht mit den Oberschenkeln wippen, verselbstständigt sich der Touchscreen mitunter.

UHD-Touchscreen mit dicken Rändern

Zum Aufklappen des Displays benötigen wir beide Hände. Anschließend blicken wir auf ein gleichermaßen edles wie aufgeräumtes Inneres sowie auf den 13,3 Zoll großen Touchscreen (Hersteller: Chi Mei / Innolux, Typ CMN1373). Die Auflösung ist mit 3.840 x 2.160 Pixeln sehr hoch, die Helligkeit fällt mit 340 Candela pro Quadratmeter eher durchschnittlich aus. Arbeiten im Freien steht jedoch eher die spiegelnde Oberfläche als die maximale Helligkeit im Wege.

HP Spectre X360 13 in Bildern

Bild 1/13

Schön schräg: HP setzt am Spectre X360 13 ein paar unkonventionelle Designideen um. Darunter leidet … (Quelle: netzwelt)

Die Bilddarstellung ist subjektiv gut. Die Blickwinkel fallen dank des verwendeten IPS-Panels sehr hoch aus, selbst aus sehr spitzen Betrachtungswinkeln kommt es nicht zu Farbumkehrungen oder nennenswertem Helligkeitsabfall.

Der Eizo Monitortest fördert keine Pixelfehler zutage. Auch lassen sich keine störenden Lichthöfe erkennen. Die LED-Hintergrundbeleuchtung erfolgt sehr gleichmäßig. So haben wir an der Displayqualität nicht wirklich etwas auszusetzen. Allenfalls die Darstellung von flächigem Weiß gelingt dem HP-Convertible nicht ganz perfekt. Wir erkennen stets einen leichten Grauschleier.

In Zeiten, in denen selbst Aldi-Laptops mit dünnen Bildschirmrändern punkten können, wirken die dicken Displayränder des HP Spectre X360 ein wenig antiquiert. Seitlich sind sie etwa 0,5 Zentimeter, oben 1,7 Zentimeter und unten satte 2,5 Zentimeter dick.

Gute Tastatur, ungewöhnliches Touchpad

Die Tastatur des HP Spectre X360 hat uns im Test gut gefallen. Eine Eingewöhnungszeit ist kaum nötig. Lediglich die schmale Return-Taste nervt. Der Hub fällt mittellang aus, der Druckpunkt sehr exakt. Alle Tasten lassen sich in zwei Stufen beleuchten. Die Ausleuchtung erfolgt sehr gleichmäßig, was den hochwertigen Gesamteindruck dieses Convertibles unterstreicht.

Ungewöhnlich in die Breite gezogen präsentiert sich das Touchpad. Mit Abmessungen von 12,1 x 6,0 Zentimetern und einer Diagonalen von 13,5 Zentimetern bietet es den Fingern mehr als ausreichend Raum, um sich mit Multitouch-Gesten auszutoben. Die Gleiteigenschaften sind hervorragend, sodass ihr eine Maus nur in Ausnahmefällen anschließen braucht.

Hohe Leistung und lange Akkulaufzeit

Unser gut ausgestattetes Testgerät mit der Quadcore-CPU Intel Core i7-8565U zeigt sich im Alltagseinsatz kaum beeindruckt vom Öffnen großer Tabellen, heftigem Multitasking oder von 20 geöffneten Browser-Tabs. Zu langen Wartezeiten kommt es eigentliche nie. Was mit dem HP-Convertible nicht geht, sind aufwendige Spiele-Blockbuster. Dafür reicht die interne Intel-Grafik (UHD 620) nicht aus. Die Option auf eine dedizierte Grafik gibt es nicht.

Benchmark HP X360 (Cinebench R15)

Für einen Kaltstart benötigt das Testgerät etwa 15 Sekunden, bis es auf Eingaben reagiert. Das gefühlt hohe Arbeitstempo bestätigen die durchgeführten Benchmark-Tests. Unter Cinebench R15 erzielt die Testkonfiguration durchschnittlich 577 CB-Punkte (Multicore). Den OpenGL-Test schließt das HP-Notebook mit 55,47 Bildwiederholungen in der Sekunde ab.

HP verspricht eine sehr lange Akkulaufzeit, die wir im Test bestätigen können. Bei mittlerer Bildschirmhelligkeit und einem Mix aus Surfen im Netz, dem Verfassen von E-Mails und Textverarbeitung gingen bei uns im Schnitt nach elfeinhalb bis zwölf Stunden die Lichter aus und das Convertible verlangte nach dem sehr schicken Original-Netzteil.

Lüfterlautstärke

Wir hatten Anfangs Sorge, dass das HP Spectre X360 13 ein Lüfterproblem hat. Nach dem initialen Setup und am Tag der Einrichtung war der Lüfter für mehrere Stunden ununterbrochen aktiv. Dieses Problem besteht seit dem dritten Testtag (und einem durchgeführten Windows-Update) nicht mehr.

Die meiste Zeit über ist der Lüfter inaktiv, schaltet sich unter Last dann aber hörbar mit einem Rauschen, das glücklicherweise nicht von einem hochfrequenten Pfeifton durchzogen ist, an. Auch das gefürchtete Spulenfiepen konnten wir beim HP-Notebook nicht feststellen. Das Gehäuse erwärmt sich unter Stress auf maximal 43 Grad Celsius.

Multimedia

Ein Bang & Olufsen-Schriftzug ziert das unterhalb des Displays platzierte Lautsprecher-Arrangement, das aus vier Einzel-Speakern besteht. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch; wir werden nicht enttäuscht. Für Laptop-Verhältnisse klingen die Lautsprecher recht erwachsen und kräftig. Zum Übersteuern kommt es nicht. Das Anschließen von Kopfhörern ist daher nicht unbedingt erforderlich.

Die an gewohnter Stelle verbaute Webcam liefert im Test gute Ergebnisse, sofern ausreichend Helligkeit vorhanden ist. Bei einem testweise durchgeführten Videotelefonat über Skype lobte unser Gesprächspartner zudem die gute Audioqualität der verbauten Mikrofone.

Macht eine gute Figur 8.5/10

Mit dem HP Spectre X360 13 könnt ihr euch sehen lassen – egal ob beim Meeting oder auf dem Uni-Campus. Das Convertible ist leistungsfähig, bietet ein gutes Display, eine lange Akkulaufzeit und eine gute Tastatur samt komfortablem Touchpad. Die Schwächen halten sich in Grenzen.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung und Design
  • Leistung
  • Lautsprecher
  • lange Akkulaufzeit

Das hat uns nicht gefallen

  • Friktion der Scharniere
  • schmale Return-Taste

Testnote 8,5 von 10

Michael Knott Team-Bild

9,0 / 10

Design

Design Verarbeitung, Materialwahl, Ergonomie und Erweiterungsmöglichkeiten eines Notebooks werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10

Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Notebook-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

9,0 / 10

Eingabegeräte

Eingabegeräte Hub, Druckpunkte, Ergonomie und Ansprechverhalten von Tastatur und Trackpad werden unter dem Punkt Eingabegeräte bewertet.

8,0 / 10

Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit und Akkulaufzeit eines Notebooks werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

9,0 / 10

Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher, Laufwerke und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

8,0 / 10

Multimedia

Multimedia Die Qualität der Lautsprecher, der Webcam und der internen Mikrofone wird unter dem Punkt Multimedia zusammengefasst.

Informationen zum Testprodukt

Das HP Spectre X360 13 wurde uns von HP leihweise für einen Zeitraum von mehreren Wochen zur Verfügung gestellt. Nach Testende wird das Gerät wieder dem Hersteller übergeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testprodukten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Aktuelle Preise und Schnäppchen

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Bestenlisten

HP Spectre X360 13 (2019) wurde in folgende Notebook-Bestenlisten einsortiert.

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