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Ölpreis erholt sich: Wall Street richtet Blick nach Peking

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imago/UPI Photo

Mit gedämpfter Hoffnung blicken Anleger nach Peking, wo die nächste Gesprächsrunde im Handelskonflikt zwischen China und den USA anstehen. Experten rechnen nicht mit einer schnellen Einigung, was bei Investoren für Zurückhaltung sorgt.

An der Wall Street haben Anleger mit gedämpfter Hoffnung und abwartender Haltung Richtung Peking geblickt. Denn dort begann die nächste Runde von Gesprächen im US-chinesischen Handelskonflikt – im Laufe der Woche soll es auf Ministerebene weitergehen. Der jeweilige Fortgang der Gespräche könnte die Volatilität an den Märkten erhöhen, nachdem im Januar die Hoffnung auf einen guten Ausgang die Kurse gestützt hatte. Doch hatte sich zuletzt gezeigt, dass der Optimismus etwas verfrüht war. Zudem drohte schon bald ein erneuter Regierungsstillstand in den USA, weil die Gespräche über einen Haushalt erneut wegen der von US-Präsident Donald Trump geforderten Grenzmauer zu Mexiko nicht vorankamen.

Dow Jones
Dow Jones 25.054,00

Chef-US-Aktienstratege Jonathan Golub von Credit Suisse zeigte sich skeptisch hinsichtlich des Handelsstreits. Es gebe die Vorstellung, dass sich dieser rasch bereinigen lasse. Doch in Wahrheit seien es sehr komplizierte Fragen zum Verhältnis der beiden größten Volkswirtschaften, deren Lösung längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Zudem hatten in jüngster Zeit enttäuschende Konjunkturdaten rund um den Globus für eine stärkere Zurückhaltung der Investoren gesorgt.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 25.053 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite rückten um jeweils 0,1 Prozent vor.

Boein fällt, Tesla klettert nach oben

Tesla
Tesla 278,39

Der Kurs von Boeing sank um 0,2 Prozent und zeigten sich damit kaum berührt von Meldungen, wonach geplante Sicherheits-Updates für die Boeing 737 MAX offenbar länger als geplant auf sich warten lassen. Technische und regulatorische Probleme verzögerten die geplanten Maßnahmen für hunderte Maschinen mindestens bis April, sagten mit den Details vertraute Vertreter von Industrie und Regierung. Tesla kletterten um 2,3 Prozent. Die Analysten von Canaccord hatten die Aktie auf “Kaufen” hochgestuft und zugleich das Kursziel deutlich über den aktuellen Kurs gehievt. Auch Wedbush-Analyst Daniel Ives äußerte sich einmal mehr positiv für die Aktie des Elektroautoherstellers.

Nvidia verloren 1,2 Prozent. Damit reagierten die Papiere des Entwicklers von Grafikprozessoren auf eine Abstufung durch das Analysehaus Bernstein, das die Aktie nun nur noch als “Marketperform” einschätzte. Restaurant Brands International zogen um 1,6 Prozent an, nachdem die Muttergesellschaft von Burger King Geschäftszahlen über Markterwartungen vorgelegt hatte.

Morgan Stanley übernahm die kanadische Solium Capital in einer 900 Millionen Dollar schweren Transaktion. Die Titel der Großbank ermäßigten sich um 1,5 Prozent. Die Aktien des Biopharmaunternehmens Proteostasis Therapeutics haussierten um 21,8 Prozent. Der Vermögensverwalter BlackRock hatte sich mit 5,9 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. 

Ölpreis erholt sich

Der Dollar baute seine jüngsten Gewinne beschleunigt aus. Teilnehmer sahen den Greenback als sicheren Hafen in Zeiten der Risikoscheu. Der ICE-Dollarindex zog um 0,5 Prozent an. Der Euro rutschte klar unter die Marke von 1,13 Dollar und markierte ein Jahrestief bei 1,1267. Nach den schwachen britischen BIP-Daten geriet auch das Pfund zum Greenback unter Abwertungsdruck.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 61,56

Die Ölpreise erholten sich im Verlauf von den Tagestiefs, sanken aber mit der Dollarstärke dennoch auf ein Zweiwochentief. Die Sorge, dass die schwächelnde Konjunktur die Nachfrage drosseln könnte, belastete. Dazu gesellte sich eine drohende Angebotsausweitung. Denn neben einer wieder steigenden US-Förderung könnte mehr Erdöl aus Venezuela auf den Markt kommen. Denn Machthaber Nicolas Maduro versucht, mit Hilfe des Erdölkartells Opec die US-Sanktionen zu umgehen. Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich je Fass um 0,6 Prozent auf 51,41 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent 1,3 Prozent um 0,9 Prozent auf 61,51 Dollar.

Neben Erdöl litt auch der Goldpreis unter dem festen Dollar. Übergeordnet hatte das Edelmetall jedoch mit der zunehmenden Risikoscheu und der Schwäche am Aktienmarkt seit August über 12 Prozent zugelegt. Viele Teilnehmer gingen davon aus, dass Gold damit noch nicht sein Hoch erreicht habe, doch zwischenzeitliche Rückschläge seien nichts Ungewöhnliches. Die Feinunze verlor 0,4 Prozent auf 1.309 Dollar.

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