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Reaktionen auf Christchurch-Anschläge: “Ein Angriff auf uns alle”

Ein Mann stürmt in eine Moschee im Zentrum der neuseeländischen Hauptstadt Christchurch und eröffnet das Feuer. Mit seiner Waffe schießt er offenbar wahllos auf Menschen – die Attacke filmt er vermutlich mit einer Helmkamera. Das Video, das nun im Netz kursiert, zeigt wohl einen der beiden Angriffe auf zwei Moscheen in Christchurch. Am Ende sind mindestens 49 Menschen tot. (Verfolgen Sie hier die Entwicklungen im Newsblog.)

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern spricht später von einem “gut vorbereiteten Terroranschlag”, von einem “außergewöhnlichen und beispiellosen Gewaltakt”. Ihr Land durchlebe gerade einen seiner “dunkelsten Tage”.

Auch international sorgen die Taten für Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich “tief erschüttert”, so lässt sie es von Regierungssprecher Steffen Seibert übermitteln. “Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.”

Außenminister Heiko Maas verurteilt die Angriffe als “brutales Verbrechen”. Wenn Menschen allein wegen ihrer Religion ermordet werden, “ist das ein Angriff auf uns alle”. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärt, die Nachrichten von den vielen Opfern “erfüllen mich mit tiefer Trauer”. Besonders verachtenswert sei, “dass Menschen Opfer dieser feigen Anschläge wurden, die friedlich ihrem Glauben nachgingen”.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt die Angriffe ebenfalls scharf. “Wir sind erschüttert über das Ausmaß des schlimmsten Terrorangriffes in der Geschichte Neuseelands, den offenbar rechtsradikale Terroristen von langer Hand geplant und mit ideologisch verbrämtem Muslimhass, Rassismus und Menschenverachtung ausgeführt haben”, sagt ZMD-Chef Aiman Mazyek. Er ruft alle Politiker auf, “sich der Saat der Gewalt, der Zwietracht und des Hasses unter den Menschen, die diese und alle Terroristen der Welt stets säen, entschiedener und noch stärker entgegenzustellen”.

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Terror in Christchurch: Angriff auf zwei Moscheen

Auch die EU-Spitzen versichern Neuseeland ihre Solidarität: “Unsere Gedanken in Europa sind mit den Opfern und ihren Familien”, schreibt EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. “Der brutale Angriff wird die Toleranz und den Anstand, wofür Neuseeland berühmt ist, niemals schmälern.” EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erklärt: “Die Europäische Union trauert heute mit euch und wir werden immer gegen jene an eurer Seite stehen, die auf abscheuliche Weise unsere Gesellschaften und unsere Art zu leben zerstören wollen.”

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagt, sein Land stelle sich “gegen alle Formen des Extremismus und geht mit seinen Partnern gegen den Terrorismus in der Welt vor”. Die britische Premierministerin Theresa May spricht von einem “abscheulichen Gewaltakt”. Auch die Queen meldet sich zu Wort: Sie sei tieftraurig angesichts der “entsetzlichen Ereignisse” in Christchurch, teilt sie mit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft dagegen dem Westen vor, nichts gegen wachsende Islamfeindlichkeit zu unternehmen. “Mit diesem Anschlag hat die Islamfeindlichkeit, die die Welt untätig zugelassen und sogar gefördert hat, die Grenzen der individuellen Schikane überschritten, um die Ebene des Massenmords zu erreichen”, sagt Erdogan.

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