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Rund sieben Milliarden Dollar: Geldgeber sagen Syrien-Opfern neue Hilfe zu

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Vom Krieg zerstörte Wohngebäude im syrischen Idlib.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Leidtragenden des syrischen Bürgerkrieges dürfen auf neue Hilfe hoffen. In Brüssel beschließen die Teilnehmer der Syrienkonferenz, sieben Milliarden Dollar für humanitäre Zwecke zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich zum Vorjahr stockt die Bundesregierung ihre Hilfsgelder deutlich auf.

Die Teilnehmer der internationalen Syrien-Geberkonferenz haben für das laufende Jahr insgesamt rund sieben Milliarden Dollar, umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro, an Hilfsgeldern zugesagt. Das teilte EU-Kommissar Christos Stylianides zum Ende des Treffens von Vertretern aus mehr als 50 Ländern in Brüssel mit. Die Summe liegt allerdings unter den 8,8 Milliarden Dollar, die nach UN-Angaben zur Versorgung der Millionen Vertriebenen in Syrien und den Nachbarländern benötigt werden.

Deutschland hatte seinen Beitrag um 1,44 Milliarden Euro erhöht. Vergangenes Jahr hatte die Bundesrepublik nach Angaben des Auswärtigen Amtes 622 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Syrien und den Nachbarländern bereitgestellt. Deutschland setze damit ein “starkes Zeichen der Solidarität”, sagte CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller. Mit der neuen Ankündigung erhöhen sich die deutschen Hilfszusagen seit Kriegsbeginn auf 8,6 Milliarden Euro.

Mit dem bei der Brüsseler Konferenz gesammelten Geld sollen zum Beispiel Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung finanziert werden. Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind allein in Syrien noch immer 11,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zudem benötigen Millionen Flüchtlinge in Ländern wie der Türkei, dem Libanon und Jordanien Unterstützung. Viele leben seit Jahren in Camps. Vergangenes Jahr waren die Geldzusagen mit 4,4 Milliarden Dollar deutlich hinter den erhofften acht Milliarden zurückgeblieben.

Müller fordert Richtungswechsel in der Syrienpolitik

CSU-Politiker Müller rief auf der Konferenz dazu auf, den Kontakt mit Assad zu suchen, um angesichts der zuletzt reduzierten Gewalt im Land eine sichere Rückkehr geflüchteter Menschen zu ermöglichen – letztendlich auch solcher aus Deutschland. “Millionen von Flüchtlingen wollen zurück auch nach Syrien”, sagte er. “Dazu muss die internationale Gemeinschaft mit Assad ein Übereinkommen finden, Sicherheit für Rückkehrer zu schaffen.” Müller forderte damit indirekt dazu auf, die bisherige EU-Linie zu überdenken. Diese schließt direkte Gespräche mit der von Russland und dem Iran unterstützten Assad-Regierung aus, der schwerste Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vorgeworfen werden.

Der Bürgerkrieg in Syrien war 2011 nach Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad ausgebrochen und kostete nach Schätzungen bislang mehr als 400.000 Menschenleben. Der Beginn des Aufstandes jährt sich an diesem Freitag zum achten Mal. Alle Versuche, einen politischen Übergang auf den Weg zu bringen, scheiterten bisher. Die Regierung von Präsident Assad kontrolliert mittlerweile wieder mehr als zwei Drittel des Landes.

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