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Sehen aus wie die von Apple: Verve Buds 500 machen Airpods Konkurrenz

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Verve Buds 500: Motorolas weiße Stöpsel erinnern an Apples Airpods.

(Foto: jwa)

Motorola bringt mit den Verve Buds 500 ein paar True-Wireless-Kopfhörer, die Apples Airpods recht ähnlich sehen. Sie funken mit iPhones und Android-Geräten und unterstützen Siri, Alexa und Googles Assistant. Glücklich machen sie aber nicht alle Träger.

Man mag von Apples Airpods halten, was man will, das eigenwillige Design ist mindestens ein Blickfang. Wer die weißen Stöpsel trägt, signalisiert damit, dass er ein iPhone in der Tasche trägt. In Zukunft muss man aber etwas genauer hinsehen, denn Motorolas Verve Buds 500 sehen Apples drahtlosen Stöpseln ziemlich ähnlich. Was die 100-Euro-Kopfhörer drauf haben, hat n-tv.de ausprobiert.

Guter Sitz braucht Hilfe

Die erste wichtige Testhürde, die jeder In-Ear-Kopfhörer nehmen muss, ist der sichere Sitz im Ohr. Das gilt natürlich besonders für die sogenannten True-Wireless-Modelle, die ganz ohne Kabel auskommen. Wenn die nicht sicher sitzen und sich bei Kopfbewegungen schnell mal aus dem Ohr verabschieden, ist das besonders nervig. Aber auch für den Klang ist ein guter Sitz wichtig, denn In-Ears, die nur lose im Ohr stecken, lassen schnell alle Tiefen und Fülle im Klang vermissen.

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Die Verve Buds 500 kommen mit fünf verschiedenen Silikonaufsätzen fürs Ohr.

(Foto: jwa)

Die Verve Buds 500 schaffen es im Test nur mit fremder Hilfe über diese Hürde. Die mitgelieferten Silikonaufsätze in immerhin fünf Größen von XS bis L gewährleisten allesamt keinen sicheren Halt in den Ohren zweier Tester. Abhilfe verschaffen nur Dritt-Aufsätze. Klar, jedes Ohr ist anders, aber dass keines der beiliegenden Aufsatzpaare sicheren Halt gewähren kann, kommt selten vor.

Sitzen die Verve Buds 500 dann aber einmal sicher im Ohr, sind sie angenehm zu tragen. Ihr Klang ist recht luftig, mit viel Platz für die Höhen, wodurch Stimmen und feine Details gut herauszuhören sind. Im Bassbereich liefern sie dann genug Druck, wenn sie richtig fest im Ohr sitzen. Es lohnt sich, hier ab und zu nachzujustieren.

Auf Wunsch auch Mono

Praktisch: Im Gegensatz zu manch anderem True-Wireless-Modell hören die Verve Buds nicht auf zu spielen, wenn man einen Stöpsel herausnimmt. Man kann sie auch über die dezenten Bedientasten am unteren Ende der Stöpsel als Mono-Hörer einrichten. Will man den anderen wieder dazu nehmen, steckt man ihn einfach ins Ohr schaltet ihn ein. Das Mono-Pairing wird aufgehoben und beide werden als Stereo-Hörer automatisch mit dem Smartphone verbunden.

Die Multifunktions-Bedientasten sind auch fürs Aus- und Einschalten zuständig, fürs Vor- und Zurückspringen und die Annahme von Anrufen. Das ist einerseits praktisch, denn so kann man die Stöpsel jederzeit nachjustieren, ohne aus Versehen eine Aktion auszulösen – viele andere True-Wireless-Modelle haben eine empfindliche Touch-Fläche, die man im Eifer des Gefechts gerne mal berührt. Andererseits muss man die Stöpsel aber immer zwischen Zeige- und Mittelfinger einklemmen, wenn man die Taste mit dem Daumen drückt, denn sonst verrutschen sie im Ohr.

Spielzeit im Durchschnitt

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In ihrer Ladeschale bekommen die Verve Buds 500 neuen Saft.

(Foto: jwa)

Die Spielzeit gibt Motorola mit drei Stunden an, das lädt die Stöpsel zweimal wieder auf, bevor es selbst an den Strom muss, 9 Stunden Spielzeit sind also insgesamt drin. Das ist noch in Ordnung, aber absolut kein Rekordwert – andere Stöpsel können länger, die günstigen und optisch sehr ähnlichen Funcl AI etwa spielen über sechs Stunden Musik, mit Pausen im Ladecase halten sie bis zu 24 Stunden durch.

Wer seine Kopfhörer gerne mit Sprachassistenten nutzt, hat bei den Verve Buds die Wahl zwischen Googles Assistant und Apples Siri, außerdem unterstützen sie Amazons Alexa. Welchen Assi man bevorzugt, legt man mittels der App “Hubble Connected” fest, für die man sich registrieren muss. Ansonsten bietet die App leider kaum Funktionen. Auch telefonieren kann man mit den kleinen Stöpseln, zwei Mikros in jedem Hörer helfen dabei, Hintergrundgeräusche herasuszufiltern. Sie unterstützen Bluetooth 5.0, aber nicht die hochauflösenden Übertragungsstandards aptX HD oder Apples AAC, zumindest findet sich darauf kein Hinweis im Datenblatt oder im Netz.

Als Gesamtpaket sind die Verve Buds 500 eine Erwähnung wert, aber für einen echten Kauftipp reicht’s nicht ganz. Ein bisschen mehr Akkulaufzeit wäre nicht verkehrt, und dass sie nicht gut im Ohr sitzen, bemängeln auch manche Tester im Netz – dabei sollte sicherer Halt oberstes Gebot für True-Wireless-Modelle sein. Der Sound ist in Ordnung, und dass man sie als Mono-Hörer einsetzen kann, ist nützlich etwa für Autofahrten oder im Büro, zum Beispiel um freihändig zu telefonieren. Die Verve Buds 500 kosten aktuell 99 Euro. Damit sind sie zwar deutlich günstiger als Apples Airpods, aber eben auch schwächer. Und im True-Wireless-Segment wächst die Konkurrenz stetig, was es den Verve Buds 500 nicht leichter macht. Trotzdem: Wer keine Probleme mit dem losen Sitz hat, macht auch nichts falsch.

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