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“Unsicherheiten nehmen zu”: Thyssenkrupp sieht dunkle Wolken aufziehen

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Roheisenproduktion bei Thyssenkrupp: Im Werk Schwelgern nimmt ein Fachmann am Hochofen 2 eine Probe.

picture alliance/dpa

Deutschlands größtes börsennotiertes Unternehmen der Schwerindustrie erlebt ein Phase des Umbruchs: Konzernchef Kerkhoff verkündet das Ende der bisherigen “Matrixstruktur” und warnt Aktionäre vor wachsendem Gegenwind.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff kämpft unmittelbar vor der geplanten Aufspaltung des Mischkonzerns mit Einbußen und zunehmenden konjunkturellen Risiken. Der Dax-Konzern bestätigte zwar seine Prognose für steigende Gewinne im Geschäftsjahr 2018/19, das bei Thyssenkrupp bis Ende September läuft. Verknüpft damit musste Kerkhoff den Aktionären jedoch auch eine deutliche Warnung mit auf den Weg geben: “Konjunkturelle und politische Unsicherheiten nehmen zu.”

Operativ fuhr der Konzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 333 Millionen Euro ein – ein Minus von ein Viertel im Vergleich zum Vorjahresquartal. Kerkhoff hob hervor, dass der Mischkonzern mit rund 160.000 Beschäftigten beim Auftragseingang und beim Umsatz zulegen konnte. Auch der Überschuss sei mit 145 Millionen Euro höher ausgefallen als im Vorjahr. Damals war das Ergebnis durch die Steuerreform in USA belastet worden.

Kerkhoff hatte die Anleger bereits auf der Hauptversammlung am 1. Februar auf Einbußen vorbereitet. Das bereinigte Ebit sei zum Auftakt des Geschäftsjahres “erwartungsgemäß unter dem hohen Wert des Vorjahres” ausgefallen, bekräftigte er nun.

Ergebnis der Stahlsparte bricht ein

Thyssenkrupp
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Das Geschäft mit Autoteilen zeigte zuletzt ebenso Anzeichen der Schwäche wie der seit Jahren kriselnde Anlagenbau, der mit einem Fehlbetrag von 13 Millionen Euro in die Verlustzone rutschte. Das Ergebnis im Werkstoffhandel schmolz mit 22 Millionen Euro auf weniger als die Hälfte zusammen und selbst die lukrative Aufzugssparte fuhr mit 204 Millionen Euro 16 Millionen Euro weniger als zuvor ein.

Die Stahlsparte, die in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel abgestoßen werden soll, kam gerade noch auf ein operatives Ergebnis von 38 Millionen Euro. Vor Jahresfrist war es mehr als viermal soviel gewesen. Die Sparte hatte im Herbst mit Lieferschwierigkeiten wegen des Rhein-Niedrigwassers zu kämpfen. Kerkhoff kündigte an, dass bei den neuen Unternehmen – eines für Werkstoffe und eines für Industriegüter – die Verwaltung gestrafft und die Zahl der Vorstandsressorts auf je drei begrenzt wird.

“Die bisherige Matrixstruktur wird aufgelöst. Künftig wird es neben den Geschäftsbereichen auf Headquarter-Ebene keine Regionalstruktur geben”, betonter der Konzernchef. Investoren hatten immer wieder die hohen Verwaltungskosten kritisiert. Im Geschäftsjahr 2020/2021 sollen diese für beide Unternehmen insgesamt bei unter 300 Millionen Euro liegen, nach zuletzt rund 380 Millionen Euro.

Die Aktien von Thyssenkrupp waren zu Wochenbeginn mit einem kräftigen Kursaufschlag aus dem Handel gegangen. Berichte über eine angeblich anstehende Abmahnung aus Brüssel, in der die EU-Kommission weitere Zugeständnisse zur geplanten Stahlfusion fordert, hatten die Thyssenkrupp-Aktie nur kurz belastet. Am Montagabend verzeichneten Börsianer ein Kursplus von 1,4 Prozent auf 14,62 Euro.

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